Tag 5: 10.07.2013

Von der Tibethütte über den Piz Umbrail in das Moratal zur Alpe Mora

Franz hatte in der Nacht nicht gut geschlafen und da er sich auch nicht gut fühlte, beschloss er abzubrechen und nach Hause zu fahren. Vom Stilfserjoch konnte er ja bequem mit dem Bus hinaus zur Vintschgaubahn fahren um zum Auto zu kommen.

Erwin und ich beschlossen aber weiterzugehen und dann mit Bus und Bahn vom Inntal nach Hause zu kommen.

So marschierten wir also los und mussten zuerst hinauf zur Dreisprachenspitze gehen. Hier kommen die Grenzen von Schweiz, Italien und Südtirol zusammen.

Auf einem alten Säumerweg, der sich in zahlreichen Serpentinen auf der anderen Seite hinab windete, stiegen wir zum Umbrailpass hinunter. Der Aufstieg zum Piz Umbrail (3033 m) war dann eher leicht. Zuerst ging es über schöne Blumenwiesen, dann über Geröll hinauf. Nur einige Stellen mussten wir über Felsstufen steigen. Oben hatten wir dann eine schöne Rundumsicht.

Der Abstieg zum Lai da Rims, einem wunderschönen Bergsee, ging zuerst über weite Schneefelder in einem Hochtal. Dann begann wieder ein Steig auf schönen blumengefüllten Wiesenmatten. Der Abstieg war herrlich und sehr angenehm, da der Steig nur an einigen Stellen steil war, meist aber nur leicht abfallend zum See hinunterführte.

Nach einer letzten Kante kam dann der See in Sicht. Dieser lag in einem Hochtal umgeben von Wiesen. Die umliegenden Berge spiegelten sich im türkisblauen Wasser.

Direkt am Wasser machten wir eine kurze Rast, denn wir hatten noch einen kleinen Aufstieg vor uns. Die knapp 300 Hm zum Pass Praveder hinauf waren aber nicht schwierig. Es ging vom See weg über Blumenwiesen zu einem blumenübersäten Hochtal hinauf und dann noch über eine Geländestufe etwas steiler bergauf. Oben war ein kleiner Wasserlauf, hier konnten wir wieder Wasser auftanken.

Nun kam der Abstieg in das Moratal hinunter. Entlang einer steilen Bergflanke, die mit Geröll voll war verlief der Steig bis zu den ersten Wiesen hinunter. Hier kam ein rauschender Bach aus dem Hochtal heraus. Das letzte Stück wanderten wir wieder über Blumenwiesen bis wir in Döss Radond (Döss heisst höchste Erhebung) auf die Forststraße hinauskamen.

Diese Straße zog sich das ganze Moratal hinunter und ist bei Mountainbikern sehr beliebt. Wir trafen aber nur einige, da das Wetter an diesem Tag nicht sehr sicher war. Es zogen auch immer wieder schwarze Wolken um die Gipfel, zu regnen begann es aber die ganze Wegstrecke nicht.

Nach langem Marsch erreichten wir unser heutiges vermeintliches Ziel, die Alp Sprella. Als wir aber bei der, auf einer Almwiese, etwas abseits der Forststraße gelegenen Alpe ankamen, mussten wir feststellen, dass es hier keine Schlafgelegenheit gibt. Diese Alm war privat vermietet und hatte keine Unterkunftsmöglichkeit.

Da lernten wir aber die Schweizer Gastfreundlichkeit kennen. Nach ein paar klärenden Worten, sagte die Pächterin, dass auf der nächsten Alpe eine Möglichkeit wäre im Heu zu schlafen, auch würden wir etwas zu essen bekommen. Sie lud uns freundlich auf Kaffee und Kuchen ein und war bereit, mit dem Fahrrad hinüberzufahren und uns anzumelden. In der Zwischenzeit marschierten wir dann auch hinüber.

Auf der Alpe Mora waren wir dann überrascht, eine Jausenstation vorzufinden. Die sehr freundliche Hüttenwirtin bediente uns mit schmackhaften Käse und Wurstköstlichkeiten. Die Alpe hatte Milchwirtschaft und wurde von jungen Hütern bewirtschaftet. Diese ließen uns dann in einem Heustadel unser Nachtquartier aufschlagen.

Am Abend kam auch der Pächter der Alp Sprella herüber und wir hatten gemeinsam einen lustigen Abend.

Der Schlaf im Heustadel war dann sehr duftig und wir hatten eine schöne Nacht in unseren Schlafsäcken.

Gehzeit: 8 Std. und ca. 21,5 km
Höhenmeter: ↑850 m ↓1533 m
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